Freitag, 10. Juni 2005

Elise-Richter-Hörsaal

Dieter N. Unrath (Redaktion) am 11. September 2003, auf "www.dieuniversitaet-online.at"

Der Sitzungssaal der Juristen wurde im Sommer dieses Jahres zu Ehren der Frau, die als erste eine Lehrberechtigung an der Universität Wien bekommen hat, in Elise-Richter-Hörsaal umbenannt. DieUniversitaet.at stellt den Hörsaal im Rahmen der Serie "Orte der Universität Wien" vor.

"Elise Richter war eine der ersten weiblichen Absolventinnen und die erste Dozentin an der Universität Wien. Es ist ein Signal, dass wir die erste Frau, die an der Universität Wien diesen Status erreichte, ehren wollten", erklärt Johann Jurenitsch, Vizerektor für Forschung und Ressourcen.
Die Umbenennung fand anlässlich der Neugestaltung des Leitsystems statt, da die Rechtswissenschaftliche Fakultät seit Jahren keine Einrichtungen mehr im Hauptgebäude hat. "Der Juristensitzungssaal war somit eine historische Bezeichnung, die den aktuellen Gegebenheiten nicht mehr entsprach. Es hätte zwar die Möglichkeit gegeben, dem Saal eine neue Bezifferung zu geben, die aber nicht im Kontext der danebenliegenden Hörsäle gewesen wäre", sagt Vizerektor Johann Jurenitsch im Gespräch mit der Universitätszeitung.

Wer war Elise Richter?


Elise Richter wurde am 2. März 1865 in Wien als Tochter eines Arztes geboren. Sie nahm gemeinsam mit ihrer Schwester, Helene Richter, Privatunterricht - vor 1896 wurden Mädchen zum Gymnasium nicht zugelassen - und maturierte 1897 am Akademischen Gymnasium. Danach inskribierte sie an der Universität Wien Klassische Philologie, Indogermanistik, Germanistik und Romanistik. 1901 promovierte sie zum Doktor der Philosophie, 1907 erhielt sie als erste Frau in Österreich die Lehrberechtigung für Romanische Philologie, und 1922 wurde sie ebenfalls als erste Frau außerordentliche Universitätsprofessorin. 1928 wurde sie Leiterin des phonetischen Instituts der Universität Wien. Richter war Mitbegründerin des Verbands der akademischen Frauen Österreichs und hatte bis 1930 dessen Vorsitz inne. Bis 1938 setzte sie ihre Lehrtätigkeit fort, nach dem Anschluss Österreichs wurde sie gekündigt. 1942 wurde Elise Richter nach Theresienstadt deportiert, wo sie im Juni 1943 starb. Ein Reliefporträt im Institut für Romanistik erinnert an die erste Dozentin der Universität Wien. (du)

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