Freitag, 7. November 2008

Helene Richter Straße in Strebersdorf

Helene und Elise Richter finden ihren Weg in das kollektive Gedächntnis. Spät aber doch. Folgende OTS-Presseaussendung ist daher fast schon eine Sensation. Nachdem die Stadt Erlangen in Deutschland schon länger über eine Helene Richter Straße verfügt, um der Ehrendoktorin der hiesigen Universität die Ehre zu erweisen, zieht Wien nun nach und benennt eine Straße nach Helene Richter, die bereits im Jahre 1931 "Bürgerin der Stadt Wien" wurde. Allerdings konnte ich in meinen Forschungen keine direkten Bezüge von Helene Richter zu Strebersdorf herstellen. Aber die Benennungspraxis der Stadt Wien will es ja, dass nur neue Verkehrsflächen benannt werden dürfen. Ferner ist Helene Richter - Ironie der Biografie - auch hier zweite Wahl.


Floridsdorf - BV Lehner: "Neue Straße in Strebersdorf wird nach der jüdischen Theaterkritikerin Helene Richter benannt"Utl.: Ursprünglich geplante Namensgebung nach Margret Dietrich wegen
derer kürzlich erforschten NS-Vergangenheit wird vom Bezirk
geändert
Wien (SPW-K) - "Es war ein langer Weg, bis wir den richtigen Namen
für eine neue Gasse im Gebiet nördlich der Pädagogischen Akademie in
Strebersdorf gefunden haben. Ich freue mich nun aber, der
Theaterkritikerin Helene Richter ein Andenken in Floridsdorf setzen
zu können", sagt der Floridsdorfer Bezirksvorsteher Ing. Heinz
Lehner.

Im Frühjahr 2006 entschloss sich die Floridsdorfer
Bezirks-Benennungskommission einstimmig, die Gasse nach Margret
Dietrich, der Gründerin des Wiener Institutes für
Theaterwissenschaften zu benennen. Im Juni 2008 brachte eine Arbeit
von Studenten aber ihre unrühmliche NS-Vergangenheit zutage.
Daraufhin hat sich der Bezirk entschlossen, die Gasse Stella Kadmon
zu widmen. Dieser Frau war zwischenzeitlich aber bereits ein Weg in
einem anderen Bezirk gewidmet worden, weswegen nun die Wahl auf
Helene Richter gefallen ist. Die Namensgebung soll in der nächsten
Bezirksvertretungssitzung beschlossen werden.

"Seltsamerweise haben sich zwischenzeitlich die Grünen gerühmt,
eine Stella-Kadmon Gasse in Floridsdorf ermöglicht zu haben. Ein
entsprechender Artikel auf der Grünen Homepage ist aber einstweilen
still und leise gelöscht worden", sagt Lehner. "Das grüne Eigenlob
war wohl etwas voreilig."

Helene Richter (1861-1942)
Helene Richter wuchs mit ihrer Schwester Elise in einem behüteteten
jüdischen Elternhaus in Wien auf. Sie besuchte keine öffentliche
Schule, sondern wurde von einer Gouvernante privat unterrichtet.
Helene Richter war zeitlebens durch verschiedene Krankheiten
gezeichnet, teilweise ans Bett gefesselt. Sie bildete sich durch
autodidaktische Studien sowie Vorlesungen an der Universität Wien
weiter. Ihr Interesse lag vor allem auf den Gebieten englische
Literatur, Schauspielkunst und Burgtheatergeschichte. Für
Shakespeare-Jahrbücher schrieb sie zahlreiche Theaterkritiken. Im
Oktober 1942 wurden Helene und Elise Richter nach Theresienstadt
deportiert. Helene Richter starb im darauffolgenden November an den
Folgen der Deportation.
(Schluss)

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